Was macht eigentlich ...

…das Travel Start-up Roomatic

Ein Interview mit Andreas van de Castel (Gründer von ROOMATIC)

roomatic-ginormousWas hat Euch zu der Idee zu Eurem Travel Start-up ROOMATIC inspiriert?

Im meinem vorigen Job bei Facebook habe ich den digitalen Wandel an vorderster Front miterleben dürfen. Ich war regelmäßig auf Reisen und kam jährlich auf etwa 90 Hotelnächte – dabei fiel mir auf, dass viele Abläufe in Hotels gerade in Bezug auf die Kommunikation noch recht analog ablaufen – und das obwohl mittlerweile neun von zehn Gästen über Smartphones, Tablets oder Laptops verfügen.

Auch das Thema Gästezufriedenheit, das einen hohen Stellenwert in der Hotellerie einnimmt, macht hier keine Ausnahme. Klassische Fragebögen werden immer seltener ausgefüllt und selbst wenn dies einmal geschieht, ist der Gast zum Zeitpunkt der Auswertung schon lange abgereist – auf etwaige Unzufriedenheiten kann somit nicht mehr vor Ort reagiert werden. In der Zwischenzeit fordern OTAs und Suchmaschinen den Gast auf seinen Aufenthalt öffentlich zu bewerten und dabei kommen dann auch die negativen Eindrücke ans Tageslicht, die der Online-Reputation des Hotels über Wochen Schaden zufügen.

Wenn es also eine Möglichkeit gäbe, Hotels in Echtzeit über die Zufriedenheit Ihrer Gäste zu informieren, könnten viele negative Bewertungen vermieden werden, was sich positiv auf das Ranking in Buchungsportalen auswirken würde. Damit war die ROOMATIC-Idee geboren!

hotel-admin-portal roomaticUnd wie habt Ihr diese Idee dann umgesetzt?

Es war uns wichtig ein Produkt zu entwickeln, von dem sowohl der Gast als auch das Hotel profitieren. Eine reine Feedback-Lösung kam somit nicht in Frage.

Der Einstieg und die Nutzung sollen einfach und intuitiv erfolgen, daher setzen wir auf eine Browserlösung anstelle einer App. Nach der Anmeldung im Hotel-WLAN können die Gäste ROOMATIC nutzen und über ihr eigenes Endgerät auf ein reichhaltiges Informations- und Unterhaltungsangebot zugreifen. Während des Aufenthalts fragt ROOMATIC ganz nebenbei die Gästezufriedenheit ab. Dies geschieht unaufdringlich per E-Mail aber erzielt dennoch eine stolze Rückmeldungsquote von 29 Prozent! Äußert sich ein Gast negativ, so wird dies unmittelbar an die zuständigen Mitarbeiter eskaliert, die sich direkt darum bemühen können das Problem aus der Welt zu schaffen.

Das gesammelte Gästefeedback wird zudem in unserem Feedback-Portal aufbereitet und unterstützt so das interne Qualitätsmanagement.

Worin unterschiedet Ihr Euch von anderen digitalen Hotellösungen?

dasstue-hand-template-2-0-iphone6 roomaticDie am Markt verfügbaren Produkte gehen andere Wege. Das fängt schon bei der Endgerätefrage an. Die einen setzen auf kostspielige Hardware in Form von Smart-TVs oder Tablets in jedem Zimmer, welche die Investitions- und Wartungskosten um ein Vielfaches nach oben treiben – andere Anbieter erwarten, dass jeder Gast eine dedizierte App auf sein Smartphone lädt. Aus einer Umfrage, die wir diesen Sommer durchgeführt haben wird ersichtlich, dass die meisten Gäste am liebsten Ihre eigenen Geräte verwenden und dem App-Download eher kritisch gegenüberstehen.

2016-08-09-access-pie-chart roomaticAuch beim Funktionsspektrum grenzen wir uns mit unserem Fokus auf Gästezufriedenheit klar vom Wettbewerb ab. Einige Lösungen konzentrieren sich entweder auf Concierge-Funktionalitäten und das 1:1 Abbilden von analogen Inhalten oder bieten den Gästen Features wie z.B. mobilen Check-in, Türöffnung per App oder das Zahlen der Zimmerrechnung über das Handy an. Letztere sind definitiv Zukunftsthemen, die gegenwärtig aber noch nicht ausreichend Fahrt aufgenommen haben, da sie in vielen Fällen längerfristige Investitionen in die Hotelinfrastruktur erfordern oder Gesetzgebungsänderungen abwarten müssen.

Wie schnell kann ein Hotel mit ROOMATIC starten?

Das funktioniert im Handumdrehen: Gästemodule auswählen, Hotelinhalte einpflegen, ROOMATIC-WLAN-Portal einbinden und schon kann es losgehen. Eine zeitintensive Schulung des Personals ist nicht erforderlich, denn die Handhabung ist kinderleicht und intuitiv. Das erste Einrichten der Hotelinhalte übernehmen wir – spätere Anpassungen können vom Hotel selbst über unsere Admin-Oberfläche vorgenommen werden.

Wie verdient Ihr Geld?

Bei ROOMATIC handelt es sich um eine sogenannte Software-as-a-Service-Lösung (SaaS). Hotels erwerben eine Jahreslizenz – weitere Kosten fallen nicht an. Noch bis Ende Oktober 2016 erhalten Neukunden ein iPad mini und den ersten Monat gratis zu jeder Jahreslizenz. Schon nach zwei bis drei abgewendeten Negativbewertungen ist die Lizenzgebühr wieder eingespielt.

Was ist der Status Quo von Eurem Start-up?

ROOMATIC ist bereits in einer Vielzahl deutscher Hotels verfügbar. Unser Service ist in neun Sprachen lokalisiert und wir planen in den kommenden Monaten auch in ausländische Märkte zu expandieren. Um das Leistungsspektrum noch facettenreicher zu gestalten, arbeiten wir mit Technologiepartnern zusammen, deren Angebote komplementär in die Gästeoberfläche integriert werden können.

Das Gründerteam von Roomatic

Das Gründerteam von Roomatic

Wer steht hinter ROOMATIC?

Im Sommer 2014 habe ich ROOMATIC gemeinsam mit Arnis Vuškāns gegründet, der unsere Software-Entwicklung verantwortet. Nachdem wir mit unserer Version 1.0 in den ersten Hotels gestartet waren, konnten wir im Sommer 2015 die METRO AG sowie den amerikanischen Venture Fund Techstars als Investoren gewinnen.

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