Rückblick: Die 2. TIC & VIR Travel Start-up Night 2026 in Berlin
Was für ein Abend! Gestern wurde es spannend im Lufthansa Innovation Hub in Berlin, als fünf Start-ups bei der zweiten TIC & VIR Travel Start-up Night auf die Bühne traten und einem Fachpublikum aus der Touristik ihre Ideen präsentierten. Der Abend zeigte einmal mehr, warum dieses Format seit zehn Jahren fest in unserem Kalender verankert ist: neue Ideen, mutige Gründerinnen und Gründer, intensive Gespräche, eine inspirierende Location und was natürlich auch nicht fehlen darf ist die leckere Verpflegung – gesponsert von AERTiCKET.
Schon beim Check-in war spürbar: Hier treffen sich Touristikerinnen und Touristiker, um die Zukunft des Reisens nicht nur zu diskutieren, sondern aktiv mitzugestalten. Nach der Begrüßung durch Tim Deisinger, Geschäftsstellenleiter des TIC und VIR Vorstand Michael Buller, die den Start-ups Mut machten, ihre Visionen weiter zu verfolgen und ihnen viel Erfolg für ihren Pitch wünschten, stellte sich unser Gastgeber, der Lufthansa Innovation Hub kurz vor. Der Lufthansa Innovation Hub ist die digitale Innovationseinheit der Lufthansa Group. Er verbindet den Konzern mit relevanten Akteuren der globalen Technologie-Ökosysteme. Für Startups ist der LIH dabei der direkte Draht: Über den Venture-Clienting-Ansatz von Startup Gate werden echte operative Herausforderungen mit passenden Startup-Lösungen zusammengebracht und in schnellen, risikoarmen PoCs getestet.
Auch AERTiCKET, die das Catering gesponsert haben, präsentierten sich vor dem Publikum und wünschten den Start-ups viel Erfolg. Danach startete der Abend mit einer inspirierenden Keynote eines ehemaligen Gewinners der TIC & VIR Travel Start-up Nights.

Begrüßung & Eröffnung der TIC & VIR Start-up Night durch den Tim Deisinger (TIC) und Michael Buller (VIR) (oben), Ulrike Haertel (AERTiCKET)(unten rechts), Celina Schweizer (Lufthansa Innovation Hub) (unten links)
Nomady: Vom Pitch zur erfolgreichen Plattform

Jannis Hiller, CEO von Nomady
Den inhaltlichen Auftakt bildete die Keynote von Nomady, ein Start-up, welches vor sechs Jahren selbst bei den Travel Start-up Nights gepitcht hat und seitdem eine bemerkenswerte Reise hinter sich hat. Aus den „Kinderschuhen“ mit MyCabin entwickelte sich Nomady 2024 durch eine Fusion weiter, 2025 kam Like2camp hinzu. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie sich Geschäftsmodelle im Tourismus weiterentwickeln können.
Besonders inspirierend waren die Kernbotschaften der Keynote: „Don’t count money, count happy customers“ und „Erlebnis = Erwartung + x“, eine Erinnerung daran, dass es im Tourismus nicht nur um Technologie, sondern vor allem um Menschen, Emotionen und die gemeinsame Arbeit an unvergesslichen Reiseerlebnissen geht.
3, 2, 1… Pitch
Blue & Red Water Hospitality Solutions – mehr Wirkung für Hotels

Denis Mair, Managing Partner bei Blue & Red Water Hospitality Solutions
Den Auftakt der Pitchrunde übernahm Blue & Red Water Hospitality Solutions. Das Start-up adressiert zentrale Herausforderungen der Hotellerie: steigende Kosten, Fachkräftemangel, komplexe Vertriebskanäle, hohe OTA-Abhängigkeit und wachsende digitale Anforderungen bei gleichzeitig begrenzten internen Ressourcen.
Ihre Antwort ist ein skalierbares Shared-Service-Modell, das kommerzielle Services für Hotels bündelt, von Sales und Marketing über Revenue Management und Reservierung bis hin zu Systemen und operativem Support. Besonders hervorzuheben ist der hybride Ansatz aus strategischer Beratung und operativer Umsetzung, unterstützt durch einen Tech Layer, der unterschiedliche Systemlandschaften (PMS, Channel Manager, RMS, CRM) über eine zentrale Datenbasis verbindet. So können Hotels professionelle Expertise nutzen, ohne jede Spezialfunktion im eigenen Haus aufbauen zu müssen.
Hjem: Ferienunterkünfte zum verschenken

Sophia Boysen, Gründerin Hjem
Anschließend präsentierte Hjem die erste Plattform für Geschenkgutscheine für Ferienunterkünfte im DACH-Raum. Das Start-up löst ein strukturelles Problem: Ferienwohnungen lassen sich aufgrund saisonaler Preise kaum mit klassischen Fixwert-Gutscheinen abbilden, während Gutscheine gleichzeitig das meistgekaufte Geschenk in Deutschland sind.
Hjem löst dieses Spannungsfeld über saisonale Upgrades: ein fixer Preis, eine je Saison variierende Leistung, ganzjährig einlösbar. Damit werden Gäste gezielt in die Nebensaison gelenkt, in der sie „mehr“ für ihr Geld erhalten, während GastgeberInnen wirtschaftliche Planungssicherheit behalten. Ergänzt wird das Modell durch eine klare Positionierung als „Reiseeinladung“: kuratierte Angebote, emotionales Storytelling pro Unterkunft und anlassbasierte Kauferlebnisse, von der Hochzeit über Geburtstagfeiern bis hin zum perfekten Weihnachtsgeschenk.
spotAR – Stadtführungen werden zum AR-Erlebnis

Viktor Waal, Gründer von spotAR
Nach der Pause betrat spotAR die Bühne und zeigte mit ihrer Lösung, wie man Städte, Destinationen und Kulturinstitutionen mit Augmented Reality neu erleben kann. Und das ganz ohne App-Download, Spezialhardware oder IT-Großprojekt.
Stattdessen starten BesucherInnen per QR-Code oder Link sofort im Browser, während Destinationen ein steuerbares Tool erhalten, um Besucherströme zu lenken, Orte erlebbar zu machen und Inhalte messbar auszuspielen. Der USP: echtes WebAR als SaaS über beliebig viele Stationen, kombiniert mit Gamification-Elementen und über acht Jahre AR-Erfahrung im Team.
TripLeap: Spielerische Erlebnisse für die nächste Generation

Dr. Julia Korensky, CEO von TripLeap
TripLeap zeigte anschließend, wie man Kinder, Jugendliche und Familien für Kultur und Geschichte begeistert, ohne dass es nach „Pflichtprogramm“ aussieht. Ihre Plattform verbindet Destinationen, Museen und Kulturinstitutionen mit kreativen Köpfen – von Reiseguides bis zu Familien-InfluencerInnen – und macht daraus interaktive Self-Guided Travel Experiences.
Im Fokus stehen spielerische, pädagogisch fundierte und mehrsprachige Erlebnisse, die die nächste Generation von Reisenden abholen und gleichzeitig die ganze Familie aktivieren. Perspektivisch sollen KI-basierte Mascot-Guides dazukommen, die Kinder sicher und persönlich durch die Experiences begleiten.
Tripio.co bringt Ordnung ins Kommunikationschaos

Artiom Mitrofanov, Gründer von Tripio.co
Tripio.co rundete die Pitchrunde mit einer Lösung bei der Post-Booking-Kommunikation für KMU-Reiseveranstalter ab. Nach der Buchung liegen Infos überall, im PDF-Anhang, in E-Mails, WhatsApp-Gruppen und gedruckten Vouchern. Gerade für kleinere Veranstalter mit wenigen IT-Ressourcen wird es schnell stressig, wenn viele Reisende gleichzeitig dieselbe Frage haben.
Tripio.co verwandelt die bestehenden Reiseunterlagen per KI in eine gebrandete Progressive Web App pro Reise, die ohne Download im Browser läuft und offline nutzbar ist. Veranstalter laden einfach die Dokumente hoch und erhalten eine Reise-App im eigenen Branding.
And the Winner is… : Abstimmung und Networking
Im Anschluss an jeden Pitch, nutzten die ZuschauerInnen die Fragerunde, um das Businessmodell der GründerInenn näher kennenzulernen und Feedback zu geben. Vor allem während der Pausen tauschten sich die BranchenexpertInnen und GründerInnen miteinander aus und stellten die Weichen für mögliche Kooperationsmöglichkeiten – ein Format, das den Charakter der Travel Start-up Nights als Austauschplattform besonders sichtbar macht.
Dann wurde es spannend! Die beiden Sieger der zweiten TIC & VIR Start-up Night wurden gewählt, hierzu konnte jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin via QR Code ihre Stimme für ihren Favoriten abgeben.
Und gewonnen hat…
spotAR sicherte sich die Mehrheit der Stimmen und zieht damit ins Finale ein!
TripLeap landete auf einem starken zweiten Platz und hat die Chance auf einen Finaleinzug über die Zweitplatzierten-Wertung, welche am Ende der Start-up Night-Runden im Oktober bekannt gegeben wird.
Vielen Dank an unseren Gastgeber dem Lufthansa Innovation Hub für ihre tolle Unterstützung sowie AERTiCKET für das leckere Catering! Zudem wollen wir allen Gästen und vor allem den Start-ups danken, die diesen spannenden Abend begleitet haben.
Impressionen aus Berlin:
Die nächste VIR & TIC Travel Start-up Night findet am 28. September in Wien statt!
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