Marktforschung

Jung, reisefreudig (und shoppt gerne)

„Millennials“ auf Reisen…

Nielsen hat zusammen mit der Bocconi Universität in Mailand das Reiseverhalten sogenannter Millennials untersucht. Der Begriff „Millennials“ ist zwar in aller Munde, jedoch aber nicht eindeutig definiert. Die meisten Quellen legen sich in etwa auf die Jahrgänge 1985 – 2000 fest. Laut Nielsen unterscheiden diese sich durch ihre Präferenzen und der fehlenden Vorhersehbarkeit so stark von Reisenden älterer Jahrgänge, dass sie nicht einfach nur als die nächste Generation angesehen werden können.

Eine Generation auf Achse

Da Millennials mehr Reisen, als alle Generationen davor, birgen Sie auch enormes Potential mit sich, dass sich mit steigendem Einkommen weiter erhöhen wird.

Die Einzigartigkeit und Neuheiten der Millennials verlangen von der Reiseindustrie eine neue Ausrichtung um auf diese speziellen Wünsche und Nöte einzugehen. Die Millenials haben eine ganz andere Sichtweise auf das Reisen, die größtenteils daher rührt, dass sie ihre Reiseerlebnisse selber steuern wollen – ganz im Gegensatz zu älteren Generationen, die es den Marken überließen ihre Reiseerlebnisse zu steuern.

Um auf das spezifische Kaufverhalten auf Reisen der Millenials eingehen zu können, gilt es erst einen allgemeinen Überblick über den Reise-Einzelhandel zu geben. Dieser umfasst einen Weltumsatz von 63,5 Milliarden US-Dollar. Tendenz steigend. Ein Bericht vom FBIC Global Retail Technology lässt ein weiteres Umsatzwachstum von 21 Milliarden US-Dollar an Umsatzwachstum erwarten. Und das innerhalb von nur 4 Jahren. Dazu kommen 1,8 Milliarden Millennials, die. mehr reisen als alle Generationen vor ihnen.

Allein 400 Millionen davon leben in China. Derzeit besitzen jedoch laut China Internet Watch nur 4% der Gesamtbevölkerung in China einen Pass. Laut Vorhersagen wird diese Zahl jedoch auf 12% ansteigen, was größtenteils an den 74 Millionen reisefreudigen Universitätabgängern liegt. Eine andere Vorhersage von Goldman Sachs gibt an, dass 2025 220 Millionen Chinesen nach Übersee reisen und dabei von 450 Milliarden US-Dollar für Reisen und Einkäufe während der Reisen ausgeben.

Die Quintessenz hier ist also, dass der Einzelhandel, der auf Reisende abzielt, bereits groß ist, immer noch weiter wächst und eine rissige Chance darstellt, wenn die Industrie es schafft Popularität unter den jungen Reisenden zu generieren. Entscheidend ist hier, dass sich das Reiseverhalten junger Reisender komplett von dem der älteren Generationen unterscheidet und die Flughäfen, deren Betreiber und Hersteller Einblicke in das neue Reiseverhalten dieser lukrativen jungen Reisenden erhalten müssen. Zum einen um die Bedürfnisse zu erfüllen und zum anderen um den Sektor weiter zu vergrößern.

Ganz anders als die ältere Generation, die aus beruflichen Gründen oder für den jährlichen Urlaub gereist ist, geben Millennials an, dass sie mindestens 2 Mal im Jahr eine Fernreise unternehmen. Ein Drittel der Befragten verreist sogar 4 Mal im Jahr in die Ferne. Kombiniert man diese Häufigkeit an Reisen mit den geplanten Ausgaben während der Reise machen die Millennials 50% der Konsumenten im Einzelandelsreisemarkt aus.

Die Suche nach dem perfekten Erlebnis

Obwohl Millennials gerne Flüge bei Low-Cost-Carriern buchen und für ihre Unterkunft ein Angebot aus der Sharing Economy statt eines herkömmlichen Hotels wählen, geben Sie für Vergnügen, Impulsivkäufe und Leckereien gerne Geld aus.

Diese Bereitschaft Geld für Genuss auszugeben stellt vor allem für die Anbieter von Luxusgütern eine Chance dar. Eine von Nielsen kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass mehr als 63% der Millennial-Reisenden im letzten Jahr ein Luxusgut wie beispielsweise Schmuck, Kleidung oder eine Uhr erwarb. Auf die Frage warum Geschäfte nach den Sicherheitskontrollen besucht werden, antwortet fast ein Drittel, dass sie sich dort etwas kaufen, um sich selbst was Gutes zu tun.

Preisgestaltung und Category Trends

Auf die Frage, was sie an einem Flughafen-Shop interessiert, geben 70 % exklusive Waren, die nur dort erhältlich sind, an. Dabei scheinen die Schaufenster und die Stände am Ladeneingang eine besonders wichtige Rolle einzunehmen, wohingegen das Ladeninnere nur wenig Einfluss auf die Kaufentscheidung hat.

Logischerweise werden am liebsten Produkte, die leicht zu transportieren sind, gekauft. Über 50% gaben an gerne Kosmetik- oder Parfüms dort zu kaufen.

Ungleichheiten der Flughäfen und das Anziehen wertvoller Konsumenten

Aus Verkaufssicht unterscheiden sich Flughäfen sehr stark. Am besten schneiden dabei Hong Kong, Dubai und London Heathrow ab, denn 70% der Millennials, die über diese Flughäfen gereist sind, haben dort auch eingekauft. Im Vergleich dazu wurden bei einem Aufenthalt in JFK (New York City) oder Rom nur von 42% der Millennials Einkaufte getätigt.

Dabei nehmen Millennials bereitwillig an Aktionen vom Einzelhandel teil, solange diese ihnen ein Erlebnis bieten. Beispiele dazu sind ein Megastore eines Luxusmodeherstellers am Flughafen Incheon in Seoul oder ein menschenähnlicher Roboter, der verirrten Passagieren am Flughafen Schiphol in Amsterdam hilft ihr Gate zu finden.

Der Verkauf an Flughäfen bietet echte Chancen

Millennials kaufen mit Bedacht ein und reisen mehr als jede andere Generation. Die Suche nach Erlebnissen prägt ihr Reiseverhalten und sie planen ihre Reisen mit großer Sorgfalt – genauso wie die Shoppingmöglichkeiten während der Reise.

Was beeinflusst den Millennial also bei der Wahl seiner Route? Momentan spielen die Einkaufsmöglichkeiten eines Flughafen noch keine größere Rolle. Zwei Drittel geben an, dass die Geschäfte unerheblich für die Wahl ihrer Reiseroute sind. Wie zu erwarten gibt hier fast die Hälfte der Befragten an, dass für sie Reisezeit und Preis die entscheidenden Treiber für die Wahl einer Route sind. Aber was wäre, wenn mehrere Flughäfen so wie Schiphol oder Incheon wären?

Das Einkaufen während der Reise ist ein wichtiger Faktor für Millennials. Zur Zeit geben 63% von ihnen an, dass sie die Zeit am Flughafen mit Einkaufen verbringen. 44 % kaufen am Flughafen gerne ein Geschenk. 30 % geben außerdem an, dass ihr Anlass zum Kauf Impulskäufe oder Käufe um sich selbst etwas Gutes zu tun sind. Eine Bestätigung dafür, Millennials ihre Reiseausgaben im Vorfeld planen und dabei auch Geld für Geschenke und eigenen Genuss einplanen.

Warum sollte man ihnen also nicht geben wonach sie suchen?

Den Artikel in der Orginalsprache Englisch finden Sie hier.

Übersetzung: Astrid Steiner

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