Sunny Cars – Pioniergeist Internet

¼ Jahrhundert Digitalisierung im Tourismus

– Eine Geschichte von Kai Sannwald (Gründer & Geschäftsführender Gesellschafter) –

Den Mietwagen für die nächste Reise online auf Knopfdruck buchen – 2026 eine absolute Selbstverständlichkeit. Doch wie sah das vor 25 Jahren aus? Der VIR schaut hinter die Kulissen seines langjährigen Mitglieds Sunny Cars und spricht mit Gründer Kai Sannwald über die Digitalisierung im Bereich Mietwagen.

1991, im Radio läuft „Wind of Change“ und das Geschäft der Mietwagen-Broker steckt noch in den Kinderschuhen. Der gebürtige Stuttgarter Kai Sannwald erkennt das Potenzial und beschließt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, das vertriebsorientiert agiert und eng mit Reisebüros sowie Veranstaltern zusammenarbeitet. In einem kleinen Kellerbüro im Münchner Westen startet die Erfolgsgeschichte von Sunny Cars – heute eines der größten Mietwagenunternehmen Europas und nach wie vor inhabergeführt. Gründer und Geschäftsführer Kai Sannwald bezeichnet sich selbst als „Prozess-Freak“, der schon immer IT mit Schwerpunkt Prozesse und Automatisierung als DIE Enabler für wirtschaftlichen Erfolg gesehen hat.

Fax als das Nonplusultra

„Als Sunny Cars startete, war das Fax die große Innovation“, erinnert sich Kai Sannwald. „Wir haben schnell gesehen, dass das manuelle Faxen immens viel Zeit benötigt und so bereits früh den allerersten Schritt in Sachen Digitalisierung unternommen. Wir haben eine erste automatisierte Lösung gebaut, die aus der damaligen Applikation heraus Faxe für Voucher schicken konnte.“ Fünf Jahre später folgte ein großer Digitalisierungsprozess mit enormer Außenwirkung: 1996 wurde Sunny Cars als erster Mietwagenanbieter überhaupt via CRS an START-Amadeus angebunden. Die Reisebüros waren total begeistert, dass sie jetzt Mietwagen einfach über ihr Vertriebssystem als Reisebaustein dazubuchen konnten. Denn 1991 galt wie heute: Der Mietwagen ist ein Zusatzgeschäft, das mit einem Minimum an Zeitaufwand verkaufbar sein muss. „Beim Blick zurück in die 90er-Jahre erstaunt mich, dass in der damaligen Zeit insgesamt eher eine Behäbigkeit in der Digitalisierung der Branche vorherrschte – aber mit der Verbreitung des Internets Mitte bis Ende des Jahrzehnts kam wirklich Schwung rein“, so Kai Sannwald.

Selbst ist der Mann

Der Zahlenmensch Kai Sannwald stellt Ende der 90er dank seiner sehr detailliert geführten Pflichtenhefte über die Entwicklung aller finanziellen Anforderungen fest, dass alle bisherigen Lösungen nicht passen und aufwändig nachbearbeitet werden müssen. „Also habe ich mir selbst das Programmieren beigebracht“, lacht Kai Sannwald. „Die Applikationen, die ich damals entwickelt habe, laufen noch heute – werden aber meinem Ziel ‚mit 60 muss mit dem Programmieren Schluss sein‘ folgend sukzessive durch unsere eigene IT neu gebaut“. 1999 fiel bei Sunny Cars dann bereits die Entscheidung, die gesamte IT auf einer eigenen Architektur mit eigenen Applikationen aufzubauen.

Up-to-date in den frühen 2000er-Jahren: Das erste Mal…

Das erste B2B-Buchungstool, die erste B2C-Website, die erste Sunny Cars XML-Schnittstelle (mit der Reisebüros Angebotsdaten in ihre eigenen Buchungswege integrieren konnten), die erste Integration in das branchenweite digitale Abrechnungssystem (was für Reisebüros eine immense Arbeitserleichterung bedeutet hat): Der Beginn des neuen Jahrtausends war bei Sunny Cars geprägt vom „Pioniergeist Internet“. „Zum Verzweifeln haben mich damals oft die rückständigen und unflexiblen Systeme vieler Autovermietungen gebracht“, blickt Kai Sannwald zurück. „Gute Ideen konnten erst sehr spät oder auch gar nicht umgesetzt werden. Deshalb sind wir damals wie auch heute umso mehr gefordert, vor allem in diesem Punkt besser zu sein und Lösungen zu liefern, die andere nicht haben.“ Dabei setzt Kai Sannwald auf ein Prinzip, das ihm bereits in der frühen Zeit von Sunny Cars imponierte: Kaizen.

Kai und Kaizen

Ob es ein lustiger Zufall ist oder mit dem Namen in die Wiege gelegt wurde, bleibt ungeklärt. Klar ist jedoch: Kai Sannwald ist ein Anhänger des Kaizen-Prinzips (Kai = Veränderung, Zen = zum Besseren), dessen Ziel die permanente Verbesserung von Tätigkeiten, Abläufen, Verfahren oder Produkten durch alle Mitarbeitenden eines Unternehmens ist. „Das Prinzip fand ich damals wie heute richtig: nicht ewig an einem Big-Bang arbeiten – der vielleicht schon veraltet ist, wenn er live geht – sondern permanent und konsequent gemeinsam mit denen, die die Arbeit tagtäglich machen, auch an kleinen Prozessverbesserungen arbeiten.“ Entsprechend gab es dank der Einbeziehung des Teams weder damals noch heute die Sorge bei Mitarbeitenden, dass ihr Job durch Digitalisierung gefährdet wäre. Durch das kontinuierliche Wachstum von Sunny Cars steht stets im Fokus, Buchungssteigerungen ohne massiven Personalaufwand bewerkstelligen zu können – zu Beginn beim Fax, heute mit der KI.

Mut gehört dazu

Um 2015 herum entschied sich die Geschäftsführung von Sunny Cars, die bestehende Website für Endkunden abzuschalten und eine komplett neue mit anderem Konzept und Usability live zu stellen. Das Web-Business war damals schon sehr groß. Ein gewagter Schritt daher – der sich jedoch voll auszahlte. Denn für Endkunden zählen in Sachen Digitalisierung insbesondere die transparente Darstellung von Preis und Leistung, aber auch Verlässlichkeit, Datensicherheit und sichere Bezahlprozesse. Daneben kommt es bei B2C wie auch bei B2B auf das Tempo an. Auch einer der jüngsten Digitalisierungsprozesse bei Sunny Cars zielt genau auf diesen Punkt ab. 2025 sind die ersten KI-gestützten Tools installiert worden, die nicht nur dem Team viel Zeit ersparen, sondern infolgedessen auch allen Kundinnen und Kunden. „Ich bin sehr stolz darauf, dass es uns auch bei mutigen Schritten zu jeder Zeit gelungen ist, am Markt als fair und verlässlich wahrgenommen zu werden“, betont Kai Sannwald.

So lebt Sunny Cars 2026 die Digitalisierung

„Wie in allen 35 Jahren seit unserer Gründung sind wir immer auf der Suche nach spannenden Neuigkeiten und Innovationen für Endkunden und den B2B-Vertrieb. Unser Antrieb und unser Fokus liegen auf der ständigen Verbesserung der eigenen Prozesse sowie auf der Sicherheit – sei es bei Zahlungssystemen, Datenschutz oder Cyber-Security. Die wichtige Basis dafür ist unsere eigene Plattform, die uns immer handlungsfähig bleiben lässt“, erklärt Kai Sannwald. Der Anspruch von Sunny Cars hat sich durch die Digitalisierung nicht geändert – sehr hohe Kundenzufriedenheit bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Erfolg. Die Digitalisierung bietet dafür nur immer mehr Möglichkeiten, um diesem Ziel gerecht zu werden.

Die nächsten Schritte

„Unsere Pipeline ist immer übervoll“, freut sich Kai Sannwald. Darin enthalten sind Zukunftsprojekte mit KI, Vereinfachungspotentiale für die Bereiche B2C und B2B sowie für eigene Prozesse. Aber auch regulatorisch erforderliche Anpassungen wie beispielsweise neue EU-Verordnungen. Auch bei diesen anstehenden digitalen Plänen liegt der Fokus auf höchster Kundenzufriedenheit, wirtschaftlichem Erfolg und selbstverständlich rechtskonformem Handeln.

Wünsch Dir was – Träume der Zukunft

Eine autonome Mietwagenzustellung, sprachgesteuerte Buchungsprozesse oder automatisches Einpflegen von neuem Content auf mehrsprachigen Länderwebsites: Kai Sannwald träumt von vielen weiteren Ideen, die in der Zukunft dank Digitalisierung möglich sein könnten. „Ich glaube schon in drei bis fünf Jahren ist vieles möglich, was heute vielleicht noch nicht einmal denkbar ist“, so der Sunny Cars Gründer. „Vielleicht steuert die KI dann auch die Preise je nach Wetter pro Region oder leitet ein Treueprogramm, das individuell auf Reisen, Vorlieben und Verhalten zugeschnitten ist – also Hyperpersonalisierung und Gamification. Eine Vision: Stell Dir vor, Du wachst auf, sagst Deiner Sunny Cars App ‚Plane meinen Roadtrip durch Europa nächste Woche, klimafreundlich, familienfreundlich, mit Strandstopps‘. Am Abend hast Du das Auto bereits mit Hotelzustellung automatisch zum optimalen Tarif gebucht, die besten Lade- und Parkplätze reserviert und freust Dich auf einen personalisierten Entertainment-Mix im Fahrzeug. Alles vollautomatisch, stressfrei, nachhaltig – und Du genießt einfach die Reise.“

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