Travelport – Von der Befehlszeile zur KI

Travelports 25-jähriges Jubiläum im digitalen Reisebereich

– Eine Geschichte von Thomas Schillinger (Senior Manager New Business Development D-A-CH ) –

Von der Befehlszeile zur KI: Travelports 25-jähriges Jubiläum im digitalen Reisebereich – Blogbeitrag für VIR von Thomas Schillinger, Senior Manager New Business Development

Wenn man von der Digitalisierung des Tourismus spricht, verweist man oft auf den Moment, in dem das Internet für Verbraucher alles verändert hat: die Möglichkeit, einen Urlaub vom heimischen Computer aus zu buchen, der Aufstieg der Online-Reisebüros, das Smartphone in der Hosentasche, das gleichzeitig Bordkarte, Hotelschlüssel und Reise-Concierge in einem wurde. Doch hinter all dem verbarg sich eine stillere, tiefgreifendere Revolution: die Transformation der Infrastruktur, die den Reisevertrieb überhaupt erst ermöglicht. Das ist eine Geschichte, die Travelport nicht nur miterlebt, sondern als eine der treibenden Kräfte im Zentrum dieser Entwicklung mitgeprägt hat.

Unsere Wurzeln reichen weiter zurück als bis in das Internetzeital-ter. Die Systeme, aus denen Travelport, Galileo, Apollo und Worldspan hervorgingen, verarbeiteten bereits Jahrzehnte vor der Entstehung des World Wide Web Flugbuchungen elektronisch. Das ursprüngliche globale Distributionssystem war kein Verbraucher-produkt. Es war eine B2B-Schaltzentrale: eine Möglichkeit für Fluggesellschaften, ihr Angebot in großem Umfang und in Echtzeit mit Reisebüros zu teilen.

Für seine Zeit war es eine außergewöhnliche Technologie. Doch das Vierteljahrhundert, des VIR markiert – grob gesagt von der Jahrtausendwende bis heute – steht für etwas anderes. Nicht für die Erfindung des digitalen Reisens, sondern für dessen vollständi-ge Neugestaltung.

Die erste Welle: Der Einstieg ins Internet

In den frühen 2000er Jahren stand die Konnektivität im Vordergrund. Fluggesellschaften, Hotels und Reisebüros wetteiferten darum, eine bedeutende Online-Präsenz aufzubauen. Das GDS musste sich von einem geschlossenen, terminalbasierten System zu einer offenen, API-gesteuerten Plattform entwickeln, die mit der aufkommenden Generation von Online-Reisebüros kommunizieren konnte. Travelport investierte massiv in diesen Wandel, führte Galileo, Apollo und Worldspan unter einem Dach zusammen und begann die langwierige Arbeit der Modernisierung der alten Infrastruktur. Diese Ära war geprägt von Umfang und Geschwindigkeit. Die Herausforderung lag nicht in der Personali-sierung. Es ging einfach darum, mehr Inhalte für mehr Reisebüro-mitarbeiter in mehr Märkten verfügbar zu machen – zuverlässig und schnell. Der Maßstab für den Erfolg waren Verfügbarkeit und Transaktionsvolumen. Gemessen daran hat die Branche geliefert.

Die zweite Welle: Das Problem der Komplexität

Als die Branche reifer wurde, tauchte eine neue Herausforderung auf. Fluggesellschaften begannen, ihre Produkte zu entbündeln, indem sie Sitzplätze, Gepäck, Mahlzeiten und Upgrades voneinan-der trennten, was zu einer weitaus komplexeren Inhaltslandschaft führte. Gleichzeitig eroberten Billigfluggesellschaften, die außerhalb des GDS-Modells operierten, bedeutende Marktanteile. Das traditionelle Vertriebssystem stand gleichzeitig aus mehreren Richtungen unter Druck.

Travelports Antwort darauf war, auf Komplexität zu setzen. Anstatt eine einzelne Inhaltsquelle zu schützen, investierten wir darin, ein echter Multi-Source-Aggregator zu werden. Das Ergebnis war Travelport+: eine moderne Vertriebsplattform, die EDIFACT-basierte traditionelle Inhalte, Tarife von Billigfluggesellschaften und neue NDC-Angebote (New Distribution Capability) zusammen mit Hotel-, Mietwagen- und Bahnangeboten in einer einzigen, einheitlichen Ansicht für Reisebüros vereint. Bei unserer Multi-Source-Content-Strategie ging es nie nur um Flüge. Es ging darum, Reisebüros eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, an der sie die gesamte Reise suchen, vergleichen, buchen und betreuen können. Im Jahr 2017 erhielt Travelport als erstes GDS die NDC-Level-3-Zertifizierung der IATA als Aggregator und wurde 2018 zum ersten GDS-Betreiber, der die Live-Buchung von Flügen nach dem NDC-Standard abwickelte. Dies waren keine schrittweisen Maßnahmen. Sie signalisierten eine bewusste Entscheidung, den strukturellen Wandel der Branche anzuführen, anstatt sich ihm zu widersetzen.

Die dritte Welle: Intelligenz

Wir befinden uns nun in einer dritten Phase, und sie ist die bisher folgenreichste. Die Herausforderung ist nicht mehr die Konnektivi-tät, und es geht nicht mehr um Aggregation. Es geht um Intelligenz.

Der Reisevertrieb durchläuft einen grundlegenden Strukturwan-del. Da generative KI und intelligente Agenten die Art und Weise verändern, wie Verbraucher suchen, planen und buchen, wird die Wertschöpfungskette der Branche neu gezeichnet. Und ohne eine robuste Infrastruktur kann KI nicht von der Inspiration zur Umsetzung gelangen.

Diese Infrastruktur-Ebene ist das, was Travelport in den letzten Jahren aufgebaut hat. Wir haben unsere Abläufe auf einem einzigen, modernisierten Technologie-Stack vereinheitlicht, und im Zentrum dieser Transformation steht TripServices, unsere moderne, cloud-native Reise-API-Plattform, die von Grund auf dafür entwickelt wurde, KI-gesteuerte Reiseerlebnisse zu ermöglichen. Die Nutzungszahlen spiegeln den bereits stattfin-denden Wandel wider: Seit 2022 ist der Anteil der von Travelport-Kunden über die API gebuchten Segmente von 43 % aller Transaktionen auf heute 63 % gestiegen. Neben TripServices nutzt die Content Curation Layer von Travelport künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um aggregierte Inhalte aus verschiede-nen Quellen zu durchforsten und Suchergebnisse schneller als die durchschnittliche Antwortzeit einer Fluggesellschafts-Suchmaschine zu liefern, wobei für jeden Reisenden die relevantesten Angebote ermittelt werden. Das Ziel ist es, eine chaotische Inhaltslandschaft zu normalisieren: Reisebüromitarbei-ter sollen Äpfel mit Äpfeln vergleichen können, unabhängig davon, ob der zugrunde liegende Tarif aus einem NDC-Feed, einer traditionellen EDIFACT-Verbindung, einem Low-Cost-Carrier-Kanal oder von einem Hotel- oder Mietwagenanbieter stammt.

Wie es weitergeht

Die Reisebranche befindet sich an einem Punkt, den unsere eigene Forschung als Wendepunkt beschreibt. Andere Sektoren wie das Bankwesen, die Unterhaltungsbranche und der Einzelhandel haben ihre Phasen der digitalen Disruption bereits hinter sich gebracht. Die Reisebranche steht gerade vor ihrem.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-gestützten Buchungs-schnittstellen wird der Wert im Reise-Ökosystem zunehmend zu den Systemen fließen, die präzise Inhalte, dynamische Preisgestal-tung und nahtlose Transaktionen bieten können. Die Strategie von Travelport basiert genau darauf: KI-gestützte Kundenerlebnisse, ein wachsendes Multi-Source-Content-Powerhouse und eine skalierbare Plattform, die Reibungsverluste reduziert und die Leistung optimiert, während das Buchungsvolumen wächst.

Die Agentur der Zukunft – insbesondere im Online-Bereich – wird nicht einfach nur eine Buchungsschnittstelle sein. Sie wird eine Personalisierungs-Engine sein, die auf umfangreichen Datensätzen basiert, um die Bedürfnisse eines Reisenden zu antizipieren, noch bevor dieser sie selbst artikuliert hat. Travelport investiert direkt in diese Zukunft, indem es Intelligenz in seine gesamte Plattform integriert und die KI-Fähigkeiten erweitert, die sowohl Agenturen als auch der nächsten Generation von KI-nativen Reiseentwicklern zur Verfügung stehen.

Vor 25 Jahren war es das Ziel, online zu gehen. Heute ist es das Ziel, die Infrastruktur zu sein, die KI-gestützte Reisen für jede Agentur, jeden Anbieter und jeden Reisenden ermöglicht, egal wo auf der Welt sie sich befinden.

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